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Sauris im Friaul: Tradition, unverfälschte Natur und Bergsport
Von Francesco | 25.Juni 2012
Es waren einmal zwei Soldaten, die hatten genug vom ständigen Streiten und Kämpfen. Von Tirol aus machten sie sich auf einen recht beschwerlichen Weg nach Norden, viele Tage und Nächte lang. Ihre Mühsal wurde belohnt. Eines Tages fanden sie sich in einem sonnigen Hochtal, wo sich der Himmel im Grünen See spiegelte, der von dichten Wäldern, satten Wiesen und stolzen Gipfeln gesäumt wurde. Sie erlagen dem Zauber des magischen Ortes und wollten Zeit ihres Lebtags nicht mehr von hier weg.
Soweit die Legende zur Entstehung der 400-Seelen-Gemeinde Sauris in den Karnischen Alpen.
Erst seit einigen Jahrzehnten gibt es eine kurvenreiche Bergstraße, über die man Sauris mit dem Auto erreichen kann. Und wenn man die unzähligen Serpentinen hinter sich gelassen hat und die ersten Schritte und Blicke im abgelegenen Bergdorf getan hat, mag man dieser Überlieferung aus dem 13. Jahrhundert umso mehr glauben. Sauris ist dank seiner Abgeschiedenheit noch immer etwas ganz Eigenes, eine Art lebendes Freiluftmuseum. Alte Bauernhäuser und Stadel mit dorftypischen architektonischen Besonderheiten, antiquiert anmutende Wandschilder, Läden für Holzmasken und Handgewebtes,
Steinstiegen, die bergauf und bergab zu putzig aussehenden Lokalen führen. Mit Blick auf die herrliche und unberührte Landschaftskulisse bekommt man hier spezielle saurische Gerichte serviert. Die Küche variiert venezianische, alpenländische und slawische Kochkunst.
Aber nicht nur die Gerichte auf der Speisekarte werden sie in Neuland führen, auch die Sprache, die die meisten Bewohner hier sprechen, haben sie höchstwahrscheinlich noch nie gehört: Zahrisch. Wegen der Abgeschiedenheit entwickelte sich in Sauris über viele Jahrhunderte hinweg eine eigene Sprachinsel. Das Zahrische ist mit dem Deutsch-Tirolerischen verwandt und manch ein Sprachbegabter schafft es, nach einer Eingewöhnungszeit, den ein oder anderen Satz zu verstehen.
Im vergangenen Jahrhundert begann Sauris unter der isolierten Lage zu leiden, immer mehr junge Menschen wanderten ab, viele Gebäude begannen zu verfallen. Doch jetzt hat man – auch dank des EU-Strukturfonds – aus der Not eine Tugend gemacht. In der global gleichgeschalteten Hektik werden gerade die Ruhe der abgeschiedenen Lage und die Eigenart der bewahrten Traditionen zum Standortvorteil. 200 Jahre alte Dorfhäuser oder Heuschober wurden liebevoll restauriert und zu ungekünstelt-authentischen Ferienwohnungen umgestaltet. Man kann Stein und Holz sprichwörtlich riechen, Balkone, Tragbalken und Gärten wurden in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten: echte warme Tiroler
Wohlfühlatmosphäre also.
Vielleicht liegt es auch an der Unberührtheit und an dem majestätischen Frieden der umliegenden Natur dass wir Menschen zur Ruhe kommen können. Zum Streiten und Konkurrieren ist hier wirklich nicht der richtige Ort. Auch die beiden Soldaten haben hier sicher das gefunden, wonach sie gesucht haben: Frieden.
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